Wiener Praterleben

Blasorchester

Wiener Praterleben

Life in the Vienna Prater
La vie au Prater de Vienne

Musikrichtung:
Konzertwalzer, Walzer
Schwierigkeitsgrad:
Mittel-/Oberstufe
Spielzeit:
00:07:40
Verlag:
Rundel
Format:
DIN A4
Umfang:
Partitur + Stimmen
Bestellnummer:
MVSR3465
Erscheinungsdatum:
2018

Info

Siegfried Translateur war ein deutscher Komponist, Verleger und Dirigent. Geboren wurde er in Oberschlesien und erhielt später seine profunde musikalische Ausbildung in Breslau, Wien und Leipzig. Im Anschluss an diese Periode ging er als Kapellmeister nach Berlin, wo er ein eigenes Orchester leitete. Translateur war als Komponist in erster Linie auf dem Gebiet der Unterhaltungsmusik erfolgreich und schrieb vor allem Märsche, Walzer und Charaktertücke, so dass im Jahre 1929 sein Oeuvre schon 165 Opus-Nummern umfasste. Insoweit ist sein Lebenslauf mit dem anderer Komponisten-Kollegen zu vergleichen, die in der deutschen Hauptstadt damals auf diesem Musikgebiet tätig waren. Nach eigenem Bekunden war ein großes Vorbild für sein kompositorisches Schaffen der französische Komponist Emile Waldteufel.  Als geeignetes Instrument zur Verbreitung seiner Musik erschien ihm ein eigener Verlag, den er dann auch 1911 als Lyra-Verlag gründete. Hier erschienen auch Werke berühmter Kollegen wie solche von Paul Lincke und Franz von Blon. Seine eigenen Kompositionen waren zudem nicht nur im Lyra-Verlag zu finden, sondern auch bei anderen bekannten Häusern wie Oertel, Bosworth oder Hainauer in Breslau. 1933 nahm er seinen Sohn als Partner in das eigene Unternehmen und nannte es fortan Lyra, Translateur & Co.

Während seines Aufenthalts in Wien entstand im Jahre 1892 der Walzer „Wiener Praterleben" als sein op.12. Er wurde besonders beliebt, seitdem das Stück 1923 bei den Sechs-Tage-Rennen in Berlin aus der Taufe gehoben wurde, zumal dies mit einem Urberliner Orchester erfolgte, nämlich durch Otto Kermbach. Seine Popularität führte letztlich dazu, dass er unter dem Namen „Sportpalast-Walzer“ erst richtig bekannt wurde und zwar weit über die Grenzen Berlins hinaus. Auch das Aufführungsverbot, das Reichspropagandaminister Goebbels 1934 verfügte, konnte den Walzer und seine Beliebtheit nicht unterdrücken. Siegfried Translateur war den Nürnberger Rassegesetzen zufolge „Halbjude“, was ausreichte ihn sowohl als Juden wie auch als Halbjuden zu denunzieren. Und nun begann die nationalsozialistische Maschinerie zu arbeiten, so dass in verschiedenen Phasen tiefgreifende Eingriffe in sein unternehmerisches und persönliches Leben erfolgten.  Am Ende dieses Prozesses stand der erzwungene Verkauf seines Verlages.

1943 wurde er schließlich in das KZ Theresienstadt in Böhmen deportiert, wo er dann 1944 zu Tode kam bzw. nach Prieberg von der SS ermordet wurde. Es ist nicht bekannt, ob und in welcher Weise Siegfried Translateur im KZ Theresientstadt am dortigen beachtenswerten Kulturleben Anteil nahm.

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