Villa Musica

Blasorchester

Villa Musica

Sinfonische Varianten
über ein badisches Volkslied

Komponist:
Schwierigkeitsgrad:
Höchststufe
Spielzeit:
00:15:13
Verlag:
Rundel
Format:
DIN A4
Umfang:
Partitur + Stimmen
Bestellnummer:
MVSR2510
Erscheinungsdatum:
2018

Info

1. Prelude
2. Nocturne
3. Finale

Die dreisätzige Komposition „Villa Musica – Sinfonische Varianten über ein badisches Volkslied“ entstand im Sommer 2002 im Auftrag des Musikvereins Fahrnau. Bei der Konzeption des Werkes waren zwei Aspekte für mich besonders wichtig: Zum einen wollte ich den Anlass des Kompositionsauftrags, nämlich den Bau des neuen Probelokals mit dem Namen „Villa Musica“ berücksichtigen. Zum anderen war es der Wunsch des Dirigenten Andreas Meier, dass Melodien aus dem regionalen Umfeld Fahrnaus in der Komposition verarbeitet werden. Ich wurde fündig mit dem badischen Volkslied „In Mutters Stübeli“, das sich melodisch hervorragend eignet. Bei „Villa Musica“ handelt es sich nicht um den klassischen Aufbau aus einem Thema und daraus folgenden Variationen. Das vollständige Originallied selbst erklingt kein einziges Mal. Vielmehr dienten das Lied und seine Intervalle als Grundmaterial, aus dem ich eigene Themen und musikalische Assoziationen entwickelt habe.
 
Der erste Satz „Prelude“ ist eine festliche Eröffnungsmusik, die die Freude über den Einzug in das neue Haus darstellt. Die monumentale Eingangspforte wird durch eine moderne Fanfare musikalisch dargestellt. Die Trompeten übernehmen das Eröffnungs-Statement zuerst unisono, dann im vierstimmigen Satz. Die übrigen Blechbläser gesellen sich kanonisch dazu, bis schließlich das ganze Orchester zu hören ist. Eine gravitätische Überleitung im Holz führt zu einem aufgeregten Allegro-Teil. Die Flöten und gedämpfte Trompeten wechseln sich mit hektisch wirkenden Sechzehntel-Figuren ab. Diese sollen die freudige Aufregung beim Betreten des neuen Gebäudes darstellen. Hier erscheinen nun zum ersten Mal Motive aus dem Lied „In Mutters Stübeli“ in den Klarinetten, jedoch im 4/4 Takt statt im 3/4 Takt und mit melodisch abgewandelter Struktur. Die aufgeregte Stimmung mündet in einer Reprise der Eröffnungsfanfare.
 
Der zweite Satz „Nocturne“ beginnt in einer geheimnisvollen nächtlichen Stimmung, eingeläutet von einem Pianissimo der hohen Holzbläser. Impressionistische Klangflächen bilden den Untergrund für eine elegische Melodie in der Solo-Trompete, die wiederum Fragmente aus dem Volkslied enthält. Doch plötzlich weicht der nächtliche Nebel und der Blick aus dem Dachfenster der „Villa Musica“ wird auf einen funkelnden Sternenhimmel freigegeben. Diese Szene wird durch eine eingängige Melodie der Klarinetten und Hörner eingefangen. Noch einmal ziehen nachdenkliche Gedanken auf und die verhangene Stimmung des Anfangs wird wieder aufgenommen. Nun ist es die Solo-Oboe, die über dem Klangnebel ihr Arioso spielt und den Nebel endgültig dem herrlichen Nachthimmel weichen lässt. Diese Stimmungswechsel habe ich durch, für Blasorchester ungewöhnliche, Kreuztonarten klanglich interessant gestaltet. Zunächst mag D-Dur für manchen Amateurbläser eine Herausforderung sein, aber nach einigen Proben wird der ungewohnte und wirkungsvolle Blasorchesterklang sicherlich jeden überzeugen.
 
Das Finale „Allegro Marziale“ ist eine sehr zielstrebige, fast schon aggressive Musik. Die fünf Schlagzeuger, die für das Werk benötigt werden, eröffnen den Satz mit rhythmischen Motiven, die wiederum dem Volkslied entnommen sind. Diese Impulse werden von den Bläsern aufgenommen. Ein vorwärts treibendes Thema, zuerst im Holz, dann in den tiefen Blechbläsern, verwendet wieder Fragmente aus dem Volkslied, nun allerdings in Moll. Das Durchhaltevermögen, das ein Verein braucht, um ein Großprojekt wie das Probenlokal „Villa Musica“ zu realisieren, soll sich in diesem aufwühlenden Allegro manifestieren. Unterbrochen wird diese Stimmung von einem andächtigen Choral und einem mächtigen Fugato, das durch das ganze Orchester wandert.
 
„Villa Musica“ ist ein Werk, das moderne Elemente verbindet und neue Klangfarben für Blasorchester entstehen lässt. Der dritte Satz wurde stark beeinflusst durch meine Begegnung mit Stephen Melillo bei einem Komponistenkurs im Sommer 2003. Seine Art zu Komponieren hat zwar nicht unbedingt meine musikalische Stilistik verändert, jedoch hat sie nachhaltigen Einfluss darauf genommen, wie ich an eine Komposition herangehe. Dafür bin ich ihm zu besonderem Dank verpflichtet.
 
Markus Götz

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